gesellschaftliches

Im Kampf gegen eine gefährliche Geliebte

Dass er Ana jemals kriegen könnte, hätte Christian Frommert nicht gedacht. Niemals. Bis zum Jahr 2008: Da wird Ana zu seiner Freundin, seiner Geliebten. Es ist eine gefährliche Liebe, eine lebensgefährliche: Sie verbietet dem Kommunikationsberater und ehemaligen Sprecher des Telekom-Radsportteams den Kontakt zu seinen Freunden, zwingt ihn zum Sport, untersagt ihm das Essen. Ana heißt mit vollem Namen Anorexia nervosa - Magersucht. mehr...

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"Die Sucht steckt in dir drin - wie ein Computerprogramm"

Betrunken oder unter Drogeneinfluss bei der Arbeit erscheinen - beim Wiedereingleiderungsprojekt für suchtkranke Menschen des Internationalen Bundes (IB) Mannheim ist das möglich. Die Projektleiter setzen darauf, den Arbeitern durch den Arbeitsalltag Struktur zu geben und sie in die Abstinenz zu begleiten. Zwei von ihnen schildern ihren Weg. mehr...

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„Es ist gut zu wissen, dass es sie gibt“

Unsicher. So fühlen sich viele, wenn sie einem todkranken Menschen gegenübersitzen. Darf ich nach der Krankheit fragen? Ist es unsensibel, den Tod anzusprechen? Anmaßend? Taktlos? Solche Fragen schwirren durch den Kopf - doch dann legt Anna B. (Name von der Redaktion geändert) los: Die Bobstädterin redet viel und laut, sie spricht über ihre Schmerzen und den Tod und darüber, dass es Hackbraten zu Mittag gibt, und, vor allem: Sie lacht. Plötzlich kann man Gaby Weiß-Szpera verstehen, wenn sie erzählt, wie erfüllend ihr Ehrenamt ist: Die 50-jährige Nordheimerin ist Hospizbegleiterin. mehr...

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Ambitionen und witzige Ideen

Ein Aprilscherz ist sein bislang größter Coup - zumindest in Sachen Aufmerksamkeit. Am 1. April veröffentlichte Thomas Hitschler einen Videomitschnitt einer seiner Bundestagsreden mit pfälzischen Untertiteln. Der SPD-Abgeordnete stellte das Video ins Netz, und es verbreitete sich schnell: Fast 1800 Mal haben Internetnutzer bisher angesehen, wie Hitschlers Beitrag zum Nato-Bündnisfall "Operation Active Endeavour" mit Bratwurststand- und Weinfest-Analogien übersetzt wird. mehr...

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Frau sucht Führer


Ein zentraler Begriff im Leben von Tanja Privenau lautet: Vorsicht. Bei der Tagung in Berlin dürfen von ihr keine Fotos gemacht werden. Ein junger Mann passt auf, dass niemand eine Kamera oder ein Fotohandy zückt. Die Veranstaltung zum Thema „Frauen und Rechtsextremismus“ findet im gut geschützten Centrum Judaicum statt – hier kommt niemand rein, der verdächtig erscheint. Die Wachsamkeit ist notwendig: Seit Privenau vor vier Jahren die rechtsextreme Szene verlassen hat, wird sie von einstigen „Kameraden“ verfolgt. Sie sah sich gezwungen, siebenmal mit ihren Kindern umzuziehen. „Der Ausstieg hat sich als unheimlich hart herausgestellt“, sagt Privenau. mehr...

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Durch die Sahara nach Bürstadt

Hussam ist ein fröhlicher Mensch. Der 19-Jährige muss lachen, als er versucht zu erklären, wovon er in seiner Heimat in Nordsomalia gelebt hat: Mit dem Schubkarren hat er Dinge transportiert und verkauft. "Das gibt's hier nicht, oder?", fragt er. Als er über seine Familie spricht, ändert sich Hussams Gesichtsausdruck. Seine Großmutter ist auf der Flucht gestorben, "sie war zu alt". Seine Brüder sind in Somalia geblieben, aber er weiß nicht, wie es ihnen geht. Auch von seinem Vater hat er nichts mehr gehört. Der 19-Jährige rutscht unruhig hin und her. "Können wir bitte nicht mehr darüber reden?", fragt er. "Sonst kann ich heute Nacht wieder nicht schlafen." mehr...

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Drei Wochen glücklich im Ried

"So etwas gibt es bei uns zu Hause nicht", sagt die neunjährige Katja. Sie sagt es auf Russisch. Mit "so etwas" meint sie den Golfpark in Biblis und das Bürstädter Schwimmbad - die Ausflüge dorthin haben ihr bei dem Besuch im Ried am besten gefallen. Und mit "zu Hause" meint sie den Kreis Bragin in Weißrussland, der nur wenige Kilometer entfernt liegt von einem Ort, den bei uns fast jeder kennt: Tschernobyl. mehr...

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Ein Mann mit kühnen Ideen


Pünktlich zum Beginn der Schiffsreise nach Worms bricht die Sonne hinter den Wolken hervor. Die "MS Europa" legt an der Mannheimer Kurpfalzbrücke ab, an Bord mehrere Hundert Fahrgäste. Darunter ein braun gebrannter, entspannter Sigmar Gabriel. Der SPD-Chef könnte sich auf diesem Teil seiner Sommerreise auf dem Deck erholen. Doch er nutzt die Zeit, kühne Vorschläge für mehr Bürgerbeteiligung öffentlich zu machen und sich über Thilo Sarrazin zu ereifern. Gehört das alles etwa schon zur Vorbereitung auf eine Kanzlerkandidatur? mehr...

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500 Euro für 18 Monate


Das äthiopische Spezialitätenrestaurant in Berlin-Mitte hatte einen guten Ruf, in einem Stadtmagazin wurde seine Küche gelobt. Doch die Köchin des Restaurants musste arbeiten wie eine Sklavin. Die Arbeitstage der in Äthiopien Angeworbenen begannen morgens um sieben und endeten nachts um eins oder zwei. Des Deutschen nicht mächtig, lebte sie völlig isoliert im Haushalt des Restaurantbetreibers, der ihr für eineinhalb Jahre Arbeit nur 500 Euro zahlte. Weggehen wollte sie trotzdem nicht – ihr Arbeitgeber hatte der Äthiopierin Angst eingeflößt: Die Deutschen seien rassistisch, sie würden sie zurückschicken oder gar foltern. Erst als die 44-Jährige ins Krankenhaus musste, konnte sie Kontakte knüpfen und ihre Flucht vorbereiten, die ihr im Dezember 2005 gelang. mehr...

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Friedrich Merz weiß gar nicht, wie recht er hat

Friedrich Merz (CDU) hat recht, wenn er die Trennung von Abgeordnetenmandat und Ministeramt verlangt. Und auch seine Begründung, bei gleichzeitiger Ausübung beider Funktionen sei die Gewaltentrennung geschwächt, ist nicht von der Hand zu weisen. mehr...

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Simone Sohl

Waldhofstraße 10

68169 Mannheim

 

mail@simonesohl.de